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Vorhandensein eines Ringbalkens in der Mitte und an der Oberseite einer Wand (Zwischenringbalken)

Ara hatıl

Da dieser Fall in der Erdbebennorm keine Entsprechung hat, wurde im Programm keine gesonderte Definition vorgenommen.

Das übereinander liegende Zeichnen von Wänden und Ringbalken führt dazu, dass die Lastübertragung doppelt erfolgt. Im statischen Rechengang zeigt sich dabei außer einer Gewichtszunahme keine weitere Änderung.

Das übereinanderliegende Zeichnen von Wänden im selben Geschoss mit unterschiedlichen unteren und oberen Kotenwerten bedeutet, dass die Erdbebenkräfte auf die beiden übereinander liegenden Wände aufgeteilt werden. Dies ergibt eine fehlerhafte Lösung.

Für diesen Fall können zwei Arten der Definition gewählt werden:

  1. Der Zwischenringbalken wird wie eine starre Diaphragmaebene betrachtet und als eigenes Geschoss definiert.

Das heißt:

Geschossbezeichnung: Erdgeschoss unterer Teil, Höhe: 2 m

Geschossbezeichnung: Erdgeschoss oberer Teil, Geschosshöhe: 90 cm usw.

Diese Vorgehensweise kann dazu führen, dass das Gebäude weniger risikoreich berechnet wird, als es tatsächlich ist.

  1. Der Zwischenringbalken wird ignoriert (falls gewünscht), und das zusätzliche Eigengewicht des Zwischenringbalkens kann als Zusatzlast auf die Wände und die Ringbalken über den Fensteröffnungen eingegeben werden.

In diesem Fall wird bei der Schlankheitsberechnung der Wand die Geschosshöhe abzüglich der Ringbalkenhöhe über der Wand als maßgebende Wandhöhe berücksichtigt.

Es kann angenommen werden, dass Methode 1 aufgrund der Schlankheitsverhältnisberechnung die zulässige Druckspannung der Wand genauer ermittelt (nicht als eindeutiges Urteil, sondern als ingenieurtechnische Einschätzung). Es ist jedoch zu bedenken, dass die Schubspannungsberechnung von dem in der Norm angegebenen Ansatz abweichen kann. Bekanntlich werden bei der Risikobewertung die Druckfestigkeitsnachweise der Wand nicht herangezogen.

Es kann davon ausgegangen werden, dass Methode 2 hinsichtlich der Schubspannungen normgerechtere Ergebnisse liefert.

EMPFEHLUNG UND STELLUNGNAHME

Als Lösungsempfehlung für den genannten Fall wird empfohlen, zwei Modelle gemäß den Beschreibungen von Methode 1 und Methode 2 zu erstellen und zu speichern.

Die Druckfestigkeitsnachweise der Wände sollten aus der nach Methode 1 gespeicherten Datendatei des Rechenberichts entnommen werden.

Die zulässige Schubspannung der Wand, die Risikobewertungsanalyse des Gebäudes sowie alle weiteren erdbebenbezogenen Berichte sollten dem nach Methode 2 gespeicherten Bericht entnommen werden.

Es wird empfohlen, das durchgeführte Vorgehen im technischen Bericht begründet darzulegen.